Fünf Fragen an… Nationalparkführer Matthias Schulz

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Welche drei Begriffe fallen Ihnen spontan zu Ihrem Beruf ein?
Frische Luft, Weite, Traumberuf. 

Warum gerade diese Begriffe?
Ich habe jahrelang im Büro gearbeitet und mich immer eingesperrt gefühlt. Im Watt hat man nicht den Blick zur nächsten Wand oder zum Monitor, sondern man kann unendlich weit gucken und die Seele baumeln lassen. Zeit zum Träumen, zum Abschalten ist auf den meisten Führungen auch für mich selbst noch genug vorhanden.

Die frische Luft mag ich besonders. Ich bin eher der raue Typ: Ich mag Sturm, Wind und Wattwanderungen im Herbst besonders gerne. Touren ab 25 Grad überlasse ich gerne meinem Team :-).  

Ein Traumberuf deshalb, weil ich mich angekommen fühle. Es ist das, was ich schon immer machen wollte. Mit Menschen in Kontakt sein, Umweltschutz vermitteln, den Leuten etwas mitgeben und dabei nicht der Oberlehrer sein, sondern Denkanstöße mit auf den Weg geben. Ob sie daraus etwas machen, ist dann nicht mehr meine Sache….

Wenn es als Wattführer nicht geklappt hätte – womit würden Sie dann Ihre Brötchen verdienen?
Puh…. Vermutlich wäre ich im Büro geblieben oder hätte etwas anderes mit Menschen „draußen“ gemacht. Essen auf Rädern als Zivi bei der AWO war auch interessant. Ich mag es gerne, Menschen kennenzulernen – früher beim telefonischen Support bei der Telekom (da habe ich gelernt und gearbeitet) fehlte mir am Telefon immer der Mensch persönlich.

Ich mag es lieber, die Menschen zu treffen und zu schnacken. Die Gestik und die Mimik gehen bei WhatsApp, Facebook und Co. total verloren. Das führt zu vielen Missverständnissen, die im persönlichen Kontakt nie passiert wären.

Stichwort Arbeitsstress – wie tanken Sie Ihre Akkus wieder auf?
Im Langwarder Groden. Dorthin zieht es mich im Herbst. Mit Rucksack bepackt, Teekanne, Kekse oder Kuchen bin ich dann laaaaaaaaange zu Fuß unterwegs.

Oder wie 2018: Dort habe ich eine Butjadingen-Umrundung am Deich unternommen. Zu Fuß. Jeden Tag ein Stück. Ohne Zwang und „Heute musst Du…..“, sondern einfach so lange, wie ich wollte. Aber immer ALLEINE. Beim Auftanken würde mich „Gesabbel“ stören, und dann kann ich nicht abschalten. Begegne ich hierbei anderen Menschen, bekomme ich auch nur ein „Moin“ heraus und gehe weiter. Kurios (das merke ich selbst). Wenn dann jemand sagt „Ahhhh, der Wattführer“ murmle ich nur „Nein, der private Matthias“  und gehe ohne weitere Wörter weiter 🙂 … 

Im Sommer, wenn der Groden den Touristen überlassen wurde, fahre ich gerne Fahrrad. Von Süllwarden nach Burhave oder mal an den Ruhwarder Deich.  

Abgesehen vom Nationalpark Wattenmeer – was ist Ihr Lieblingsplatz in der Wesermarsch? 
Oha… Es gibt so viele tolle Ecken in der Wesermarsch! Ich kenne noch nicht alle. Eigentlich ist es aber immer etwas mit Wasser oder mit weiter Sicht. Rund um Ovelgönne finde ich es schön, da würde ich gerne mal eine lange Radtour machen. Vielleicht mit Milchshake im Melkhus. In Dreisielen finde ich es auch total schön. Aber meistens ist es wirklich das Watt…

Matthias Schulz ist staatlich geprüfter Nationalparkführer. Seine Wattwanderungen ab Eckwarderhörne sind einer der Lieblingsplätze Wesermarsch und umzu. Das Reisebuch mit 88 Stories, großformatigen Fotos und persönlichen Tipps ist im Frühjahr 2020 Gmeiner-Verlag erschienen und überall im Buchhandel erhältlich. 

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